Abschiedsworte Elke Brunner-Rüegg, Kirchenpflegepräsidentin bis 30. Juni 2026

Mein Rückblick mit Herz und Humor 

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Acht Jahre Kirchenpflegepräsidentin – eine Zeit voller Begegnungen, Herausforderungen, Lerneffekte und (ja, ich gebe es zu) gelegentlich auch schlafloser Nächte. Am 30. Juni 2026 endet meine Behördenzeit – und ich darf das Zepter per 1. Juli mit einem guten Gefühl an meine Nachfolgerin Margrit Schärer weiterreichen.

Als ich am 1. Juli 2018 mein Amt antrat, ahnte ich nicht, dass mich eine so bunte und wechselhafte Reise erwartet – zwischen Kirchengesetz, Pfarrwahl, Datenschutz und… na ja... Corona. Rückblickend kann ich sagen: Es war nie langweilig!

Vom Kirchenrecht zur Pfarrwahl

Kaum hatte ich den Präsidentinnensessel warmgesessen, kam die Teilrevision der Kirchenordnung 2018 und stellte einiges auf den Kopf: weniger Pfarrstellenprozente, mehr Bürokratie und neu die Zeitschrift «reformiert» für alle Gemeindemitglieder, finanziert von der Kirchgemeinde. Damit begann eine Ära, die uns kirchenpflegerisch wach hielt.

Im Sommer 2019 dann der nächste Paukenschlag: Pfarrer Uli Henschel verliess Oberglatt – und die Kirchenpflege stürzte sich in die Mission „Pfarrwahl“. Ich durfte ein Teil der Pfarrwahlkommission sein und bald viel über Wahlanträge, Kirchenrecht und zwischen-menschliche Chemie lernen.

Im Oktober 2020 schlug die Pfarrwahlkommission an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung  Pfarrer Markus Zeifang zur Wahl vor - die Gemeinde nahm diesen Vorschlag gerne an. Schon ab August 2020 brachte er frischen Wind in die Kanzel – und spätestens nach der Urnenwahl im März 2021 war klar: ein Glücksgriff!

Corona: Abstand halten, aber zusammenbleiben

2020 kam dann das, was niemand bestellte, aber alle bekamen: Corona. Plötzlich galt „Abstand halten“ auch für die Kirche – und statt Händedruck und Abendmahl gab’s Desinfektionsmittel. Kein Unterricht, kein Gesang, keine Apéros.

Doch wir blieben kreativ und fanden Wege, den Glauben auch hinter Masken lebendig zu halten. Rückblickend war es eine Zeit, die uns alle Demut und Improvisation lehrte – und mir ganz nebenbei neue digitale Fähigkeiten für die Teilnahme an Sitzungen und Schulungen der Landeskirche (wer hätte gedacht, dass ich einmal Zoom-Profi werde?).

Neue Wahlen, neue Gesetze, neue Ideen

2022 brachte die Erneuerungswahl der Kirchenpflege für die Legislatur 2022-2026 – mit jeder Menge gesetzlicher Vorgaben, Terminketten und Formularen eine weitere Abwechslung und viel «Neues» in mein Kirchenleben. 2023 stand dann die Pfarrstellenzuteilung 2024–2028 an. Nach Anzahl unserer Mitglieder hätten wir nur 60 % Pfarrstellenprozente erhalten – aber dank eines erfolgreichen «Härtefall»-Antrags der Kirchenpflege an den Kirchenrat (unser Pfarrer stand wenige Jahre vor der ordentlichen Pensionierung) wurden uns zusätzliche 20% Pfarrstellen zugeteilt und wir durften somit vorerst 80 % behalten. Kirchenpolitik kann eben auch spannend sein.

Und weil es nie langweilig wird, kam 2024 das neue Datenschutzgesetz: ein Kapitel für sich. - - Formulare, Verschlüsselungen und Datenschutzerklärungen – Dieses Thema wird die Kirchenpflege auch in der neuen Legislatur beschäftigen.

Der Übergang und ein herzliches Dankeschön

2025 war dann schon auf die Erneuerungswahlen der Kirchenpflege für die Legislatur  2026–2030 ausgerichtet. Mir war wichtig, der nächsten Amtsperiode eine vollständig besetzte und motivierte Kirchenpflege zu hinterlassen – und das ist gelungen! Gemeinsam mit Pfarrer Zeifang haben wir, die Kirchenpflege in einer Retraite nochmals viel geplant, gelacht und visioniert.

Natürlich bleibt die Reduktion der Pfarrstellenprozente ab Februar 2026 auf nur noch 60% eine Herausforderung – aber auch das werden wir als Kirchgemeinde meistern. Wir sind kleiner geworden, aber nicht kleiner im Geist.

Dankbar, zufrieden – und ein bisschen wehmütig

Acht Jahre Kirchenpflegepräsidentin – das war kein Spaziergang, eher eine Pilgerreise mit Höhen, Tiefen und vielen wunderbaren Weggefährten und unvergesslichen Momente. Dank des tollen und unermüdlichen Kirchenpflegeteams, unserem engagierten und innovativen Pfarrer Zeifang und das immer vertrauensvolle, kollegiale und respektvolle Miteinander im Team kann ich auf acht erfolgreiche «Kirchenpflege-Präsidentinnen-Jahre» mit Stolz zurückblicken.

Mein dankbarer Gruss geht an:

  • das gesamte Kirchenpflege-Team und Pfarrer Markus Zeifang
  • alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
  • alle Mitglieder der Rechnungsprüfungskommission
  • die Bezirkskirchenpflege Bezirk Dielsdorf
  • die politische Gemeinde Oberglatt, die uns stets mit einem offenen Ohr begleitet hat.
  • jedes einzelne Kirchgemeindemitglied für die wertvollen Gespräche und Erfahrungen
  • natürlich alle, die mich unterstützt und mir immer den Rücken gestärkt haben.

Es war mir eine Ehre – und ja, auch ein Vergnügen! Jetzt freue ich mich auf meine neu gewonnene Freizeit, auf Sonntage ohne Traktandenliste – und auf das gute Gefühl, ein Stück Weg mitgestaltet zu haben.

Ich wünsche meiner Nachfolgerin Margrit Schärer und dem ganzen Team von Herzen alles Gute, viele bereichernde Begegnungen – und zwischendurch auch etwas Zeit, um über das Kirchgemeindeleben schmunzeln zu können.

Mit herzlichen Grüssen und einem Lächeln,


Elke Brunner-Rüegg
Kirchenpflegepräsidentin bis 30. Juni 2026

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